100. Geburtstag - 03.04.2006



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Stationen meines Lebens

Der Deutschland-Aufenthalt 1937/38


Nach dem erforderlichen Aufenthalt im T ü b i n g e r Tropeninstitut,
fuhr Marion mit ihren Kindern nach Königsberg, wo ja ihre Eltern: Prof. W. Bock und ihre Schwiegereltern
Dr. Erich S e h m s d o r f  lebten.
Nach den Jahren in Afrika hatte sie Sehnsucht nach der Frische der Ostsee und dem
Frühlingsgrün der ostpreußischen Wälder ( Siehe Gedichte: Heimwehlied und Zwiefache Sehnsucht )
Ihrem Schwiegervater gelang es, durch eine Annonce ein kleines Sommerhaus in
Rauschen/ Kirtigehn zu mieten, das einem katholischen Geistlichem gehörte.
Dieses sonst so ruhige Häuschen wurde nun plözlich sehr lebhaft bewohnt durch
vier kleine Kinder und ihrer Mutter, die hier ihr fünftes Kind erwartete.
Für die Einwohner des kleinen beschaulichen Ortes war das eine S e n s a t i o n - zumal
Marion bei den Fragen nach ihrem Mann wahrheitsgemäß antwortete: Er ist noch in Afrika,
er kommt etwas später!
Das übersteig die Vorstellungskraft der besorgten Leute und so munkelten sie,
dass diese Frau wohl die Geliebte des katholischen Priesters sei. So entstand ein Gerücht und
wie es mit einem Gerücht mal geht, es verbreitete sich.
Als dann am 14. Juli das fünfte Kind, der Sohn E c k h a r d t geboren wurde,
sah sich der Bürgermeister gezwungen, dem Gerücht auf den Grund zu gehen.
So bestellte er die Hebamme auf sein Amt, wo sie eindringlich befragt wurde, ob dieses
Neugeborene ein eheliches Kind sei. Sie konnte es bejahen.
Bald schon kam auch der Vater, der Mann aus Afrika, zu seiner Familie.
Für Georg und Marion aber stand nun die Entscheidung an, wie es weiter gehen sollte.
In Lupembe hatte ein morphiumsüchtiger Arzt viele falsche Gerüchte,
vor allem Verleumdungen gegen sie in die Welt gesetzt, gegen die sich die Beiden nicht wehren konnten
und auch die Missionsgesellschaft in Berlin konnte die Dinge nicht ändern.
So fühlten sich Georg und Marion allein gelassen und beschlossen die Berliner Mission zu verlassen
und in Deutschland ein Pfarramt zu übernehmen. Schließlig aber konnten diese
Mißverständnisse ausgeräumt werden und für Georg wurde eine neue Aufgabe
in Afrika gefunden: In K i d u g a l a an der neugegründeteten Schule für schwarze Lehrer
und Prediger übernham er die Leitung. Dieses alles entschied sich im Jahr 1938
und bis zur erneuten Ausfahrt nach Afrika wohnte die Familie in Berlin-Hermsdorf .