100. Geburtstag - 03.04.2006



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Stationen meines Lebens

Droyssig 1963 - 1977


Von der großen Stadt Potsdam zogen wir in die, uns allen unbekannte,
ganz kleine Stadt Droyssig bei Zeitz.
Immerhin, dieser kleine Ort hatte ein Schloß, eine große FDJ-Schule
(früher ein bekanntes Gymnasium), eine stattliche Kirche und das Pfarrhaus,
das nun keine Zentralheizung hatte. Dafür aber stand eine große Linde davor,
die uns alle begrüßte.

... und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben
(Hermann Hesse)

Die Entscheidung zum Wechsel in die andere Landeskirche entstand vor allem auch,
um näher bei den Kindern zu sein, die zum Teil im Naumburger Oberseminar studierten
(Eckhardt, Michael, Gottfried und später auch Dorothee). Mechthild und ihr Mann
, Dieter Häpe, wohnten in Niedersynderstedt (bei Weimar), wo sie als Pfarrersehepaar
ihren Dienst taten.
Am 25.Juli 1963 zogen unsere Eltern in Droyssig ein und am Sonntag, den 28.Juli, erfuhren
sie voller Freude von der Geburt ihres 9.Enkels H a n n o - D i e t r i c h, dem 1.Kind
von Mechthild und Dieter.
Am darauffolgenden 4.Oktober stirbt ihr Schwiegersohn Dieter Häpe bei einem Verkehrsunfall.
Der Zauber des Anfangs war verflogen, jetzt galt es trotz aller familiärer Nöte und
Schwierigkeiten die neue Gemeinde anzunehmen und aufzubauen.
Das war für unseren Vater keine leichte Zeit, denn er musste sich nun wieder mit den "Niederungen" des
Pfarramtes befassen, wie z.B. den Konfirmandenunterricht, andererseits als Superintendent den Kirchenkreis leiten.
Unsere Mutter verstand es, Menschen zur Hilfe zu gewinnen. Sie hatte bald einen lebendigen
Mütterkreis, von denen manche Frauen bis heute ihr Andenken in Ehren halten.
1966 wurde unsere Mutter 60 Jahre alt und damit reisemündig, d.h. sie durfte in den Westen
reisen. Gerade um diese Zeit hatte die DDR-Regierung eine neue Verfügung erlassen,
durch welche allen Frauen die Ausbildungszeiten, Studienzeiten und die Erziehung der Kinder
dem Rentenanspruch hinzugerechnet wurden. Damit sollte der Altersarmut dieser Frauen
vorgebeugt werden. So bekam unsere Mutter tatsächlich eine eigene Rente.
Am 27.Juni 1964 wurde unser Vater 60 Jahre alt und der Höhepunkt war, daß seine Mutter,
Erna Sehmsdorf geb. Matern aus Hannover, kommen konnte, chauffiert im Auto von ihrer Tochter Lotte,
für damalige DDR-Verhältnisse ein Knüller!
Das Pfarrhaus in Droyssig hatte viele Räume und wurde so für einige Kinder zur Wohnmöglichkeit.
Zunächst fand Mechthild nach dem Tod ihres Mannes mit dem kleinen Sohn Hanno-Dietrich eine Bleibe.
Dorothee , die ja noch bei den Eltern wohnte, teilte sich ihr Zimmer zeitweise mit Eckhardts Frau
Renate und deren Kinder Kathrinchen und Hans-Georg, später zog Michael mit seiner Frau
Heide in die kleinen Räume ein und bekamen dort ihren ersten Sohn Bernhard. Im großen Flur gegenüber
wohnte Gottfried mit seiner Frau Ingrid und ihrem Töchterchen Christine.
Unser Vater wurde 1972 pensioniert, er konnte das Pfarramt seinem jüngsten Sohn Gottfried übergeben
und nun zogen unsere Eltern in die oberen Räume, wo vorher die Kinder mit ihren Familien wohnten.
Am 3.April 1976 wurde unsere Mutter 70 Jahre alt.




Unser Vater hat dazu den Schlager: Du kannst nicht immer 17 sein umgedichtet.

(ca. 900 kb)
Liedtext

Als unsere Eltern uns dann in Nürnberg besuchten , habe ich dieses Lied gleich aufgenommen
und so können wir ihn bis heute am Klavier singen hören.