100. Geburtstag - 03.04.2006



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Stationen meines Lebens

Görschen 1977 - 1984


In Droyssig wurde das Pfarrhaus zu eng , denn Gottfrieds Familie wuchs und für seine
Töchter Christine, Cornelia und Angelika wurden die Räume gebraucht.
Unsere Eltern aber bekamen immerzu Besuch von ihren Kindern und Enkeln,
es gab keinen Freiraum mehr und so entschloß sich unsere Mutter noch einmal umzuziehen,
um so eine ganz eigene und selbständige Lebensmöglichkeit zu erwerben.
Im alten Pfarrhaus zu G ö r s c h e n gab es im Un-Ruhestand noch einmal Platz
für die vielen Besucher, für die Enkel in der Nähe
(Gottfireds Familie in Droyssig, Michaels Familie in Gladitz und Dorothees kleine Familie in Naumburg)
und für die vielen Enkel aus der Ferne, für die Kinder mit ihren Ehepartnern,
für die vielen Menschen, die immer wieder den Weg zu unseren Eltern suchten,
sogar noch Freunde aus Afrika.
Beide, Vati und Mutti, haben hier noch viel Segen in der Gemeinde gestiftet.
Noch heute gedenkt man ihrer in Görschen und Umgebung in großer Dankbarkeit und Liebe.
Am 6. Mai 1981 feierten unsere Eltern ihre Goldene Hochzeit in Potsdam mit vielen Freunden
und Wegbegleitern, mit Geschwistern, Kindern und Enkelkindern.





Doch für ein Leben im Alter war das Haus in Görschen auf Dauer doch zu beschwerlich.
Unsere Mutter erkannte: "Jetzt müssen wir hier ausziehen, jetzt wollen wir in ein Altersheim"
Eckhardt, der in Quedlinburg Pfarrer war, konnte in Gernrode im Altersheim der Diakonie
ein Zimmer erringen, und so feierten wir den 80.Geburtstag unseres Vaters am 27. Juni 1984 in Quedlinburg,
danach lösten unsere Eltern ihr Heim in Görschen auf.

Unsere Mutter schrieb uns als Vermächtnis:
Meinen Kindern statt eines Testamentes bei der Auflösung unseres letzten irdischen Heimes in Görschen:

Ihr Schicksal haben die Dinge, sie leben mit uns, sie gewinnen Geist und Seele, so scheint es.
Um sie herum lacht es und weint es, wir mögen sie nicht mehr missen.
Wer sie davon trägt , Sohn oder Tochter , nimmt , ohne es zu wissen, ein Stück unseres
Herzens mit.
Sei`s drum! - Zeit wandert zur Ewigkeit.
Keine Taschen hat das letzte Gewand.
Was die lebende Hand liebend gibt, wird der toten nicht mehr entrissen.
Seid gesegnet, ihr, die wir lieben!
Kein Neid, kein Streit möge nach uns die Herzen betrüben.

          Marion Sehmsdorf , Görschen 2.9.1984